Unsere nördlichste Baustelle – Umbau und Sanierung eines alten Gasthofes aus der Zeit um die Jahrhundertwende 1800/1900 – schreitet zügig voran. Für die Statik des Gebäudes müssen Stahlstützen auf Fundamente gesetzt werden. Bei der Gründung stießen wir auf große Findlinge unter dem unbewehrten Betonboden. Recherchen führten zur Steinfischerei an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste. Dieser einträgliche Wirtschaftszweig existierte in der Region von etwa 1800 bis 1974. In Ermangelung regionaler Bergwerke, wurden Ostseefindlinge ertaucht und gehoben, um diese für die Bauten des Küstenschutzes, Hafenmolen, Straßen und Fundamenten zu nutzen.

Mehrere Millionen Tonnen Steine wurden der Ostsee entnommen. Damit wurde der Lebensraum für hartsubstratbewohnende Meeresorganismen wie Algen, Tang und Miesmuscheln zerstört. Die Steinfischerei wurde in den 1970er Jahren eingestellt, weil alle erreichbaren Vorkommen erschöpft waren. 1974 wurde die Steinfischerei in der Ostsee offiziell verboten. (Quelle: umweltdaten.landsh.de)

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